11.02.2021
Was machen Winzer im Winter?

Beim Rebschnitt, der ersten Arbeit im neuen Jahr, legt man bereits den Grundstein für den Ertrag und die Weinqualität des heranwachsenden Jahrgangs. 

Andreas Meier, Inhaber Weingut zum Sternen
Andreas Meier
Inhaber Weingut zum Sternen

Das Holz, das im vergangenen Jahr gewachsen ist, wird soweit zurückgeschnitten, bis nur noch eine gesunde, aufrecht wachsende Fruchtrute verbleibt. Das abgeschnittene Rebholz bleibt im Weinberg und dient als Nährstofflieferant und fördert die Humusbildung.

In manche Lagen, wo sich aus Erfahrung im Frühling Kaltluft staut, wird eine zusätzliche Rute als Reserve, also eine Frostrute, belassen. In den meisten Jahren kann dieser zusätzliche Trieb ab Mitte Mai weggeschnitten werden, es sei denn, dass sich, wie im Jahr 2017, ein Spätfrost ereignet. Dann würde auch dieser Trieb noch an den Bogendraht gebunden um mit den zusätzlichen Augen (Knospen) den Schaden zu mindern.

Die jetzt sichtbaren Augen wurden im letzten Sommer, um den längsten Tag, Ende Juni gebildet. Mit einer Lupe sieht man im aufgeschnittenen Auge bereits die zwei kleinen Trauben und etwa 7 Blätter, die im Frühling ausstossen wie eine Teleskopantenne. Wir wollen pro Rebe, bei einem Pflanzabstand von 1.9 mal 0.8 m, ca. 14 Trauben. Um dieses Ertragsziel zu erreichen wird die Fruchtrute auf rund sieben Augen eingekürzt.

Reben schneiden, warm eingepackt, ist für den Winzer eine der schönsten Arbeiten. Die Zeit drängt noch nicht, jede Rebe wird vor dem Schnitt individuell und genau betrachtet. Zu keiner Zeit, im nun noch jungen Jahr, wird der Winzer seiner Rebe wieder so vis-a-vis gegenüberstehen.

Weitere Angebote und Freizeittipps

Noch mehr profitieren
Mit dem Newsletter der AKB jeden Monat die aktuellsten Angebote erhalten.