22.04.2021
Mit dem Drahtesel über den Lindenberg

Radfahren ist eine lifetime Sportart, die mit großem Spass nicht nur die Ausdauer schult, sondern auch viel dazu beiträgt, dass Menschen miteinander aktiv sind und wir gleichzeitig unserer Umwelt und Natur etwas Gutes tun. (Ingo Froböse, Sprinter, Universitätsprofessor und Autor)

Jules Furrer, Routenetappenverantwortlicher
Jules Furrer
Routenetappenverantwortlicher

Seit 2003 gibt es eine Veloroute quer durch die Schweiz. Sie führt vom Bodensee bis Genfersee und ist auf der ganzen Strecke mit der Nummer «Herzroute 99» ausgeschildert. Insgesamt sind es 13 Abschnitte von etwa 40 bis 70 km und total 709 km. Die Strecke hat es in sich. So müssen 13'650 Höhenmeter überwunden werden. Mit einem E-Bike ist es aber ein besonderer Spass..
Infos bei: www.herzroute.ch

Die Zeit steht nicht still, die Räder drehen sich. Inzwischen ist 2016 eine neue Zusatzschlaufe, die Nr. 599 Herzschlaufe Seetal kreiert worden. Diese, Ostast genannt, führt von Eschenbach über den Lindenberg nach etwa 50 km bis Lenzburg. Auf dem 66 km langen «Westast»  geht die Strecke über die Bööler Passhöhe und Beromünster zurück nach Eschenbach. 

Nun zu meiner schönen Freizeitbeschäftigung. Man nennt mich «Routen-Kontrolleur». Vor Beginn der Velosaison anfangs April fahre ich die mir zugeteilte Ostroute mit meinen Flyer ab. Jeder Wegweiser wird beäugt auf Sauberkeit und ob die Richtung stimmt. Es wird gewaschen und korrigiert. Dafür habe ich eine spezielle Steighilfe die ich an den Standrohren befestigen kann. Winterstürme verdrehen ab und zu die Wegweiser. Oder sind es Nachtbuben? Mit der Baumschere müssen verdeckende Sträucher abgeschnitten werden. Hie und da helfe ich bei einer Wegsanierung zusammen mit treuen Kollegen. Im August mache ich eine zweite Kontrollfahrt. 

Da ich direkt an der Wegstrecke in Hohenrain wohne und aus Schongau stamme kenne ich den Lindenberg wie meinen Hosensack und kann über dieses Gebiet viel erzählen. Oft fahre ich die Strecke mit Kollegen oder mit Bekannten ab. Marschhalte beim Heilpädagogischen Institut Hohenrain, die neu restaurierte Burg Nünegg in Lieli, die Alpwirtschaft Horben, die Wallfahrtskirche zur lieben Frau vom Lindenberg in Oberschongau mit ihren Ausgrabungen, die Kneippanlage, die Römervilla in Sarmenstorf, sind jeweils Pflicht. Immer wieder kann man die sensationelle Aussicht in die Berge, ins Freiamt, Zugerland und Hallwilersee geniessen. Bei günstiger Fernsicht sind Eiger, Jungfrau und die Ostschweizer Berge zum Greifen nah.

Wer weiss, vielleicht treffen wir uns mal auf dieser Strecke. Es würde mich freuen. 

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