Was es mit den beliebten Lonzi-Nüssli aus Muri auf sich hat und wie das traditionelle Gebäck den Weg vom Kloster in die Bäckerei-Konditorei Kreyenbühl gefunden hat.
Im Hospiz vom Kloster Muri wohnte seit 1984 der Benediktiner Thaddäus Wiederkehr. Bevor Thaddäus ins Kloster eintrat, hatte er den Beruf des Bäcker-Konditor gelernt. Dieses Handwerk pflegte er auch im Kloster. So entwickelte Thaddäus das leckere Weihnachts-Guetzli „Lonzi-Nüssli“. Ein Gebäck, ähnlich dem Lebkuchenteig, mit Honig, Milch, Eier, Mehl und verschiedenen Gewürzen. Aber warum der Name „Lonzi Nüssli“? Dieser Gebäck-Name ist in Anlehnung an den heiligen Leontius, dem Katakomben-Heiligen vom Kloster Muri. Im Jahr 1647 kamen die Reliquien des Leontius von Rom nach Muri. So widmete also Bruder Thaddäus dem „Lonzi“ sein Weihnachts-Guetzli.
Die Nachfrage für die leckeren Guetzli wurde immer grösser, die „Backstube“ von Bruder Thaddäus war zu klein. So fragte die Bäckerei Kreyenbühl aus Muri bei Thaddäus an, ob die Bäcker auch „Lonzi-Nüssli“ nach Original-Rezept backen dürften. Thaddäus gab bereitwillig das Rezept weiter und erklärte die Geheimnisse dieses klösterlichen Guetzli’s. Die Handwerker der Backstube Kreyenbühl beginnen jedes Jahr Ende November mit dem Backen der Lonzi-Nüssli. Verpackt werden die Guetzli in Säckli mit einem Heiligen-Bild von Leontius.
Bruder Thaddäus, der „Erfinder“ der Lonzi-Nüssli, ist leider im Jahr 2009 im Kloster Muri verstorben. Die Bäckerei Kreyenbühl pflegt die Tradition weiter, jedes Jahr werden die köstlichen Lonzi-Nüssli gebacken.