Als letzter Graf des Habsburg-Laufenburger Geschlechts geistert Graf Hans IV., kostümiert und redegewandt wie eh und je, auch noch gut 600 Jahrhunderte nach dessen Ableben durch die Gassen und Sträßchen seiner mittelalterlichen Stadt. Es liegt ihm so einiges am Herzen und die Besucher tauchen mit ihm in eine gemächlichere, vorindustrialisierte Zeit ohne motorisierte „Geisterkutschen“.
Die Begrüßung reißt die Besucher sofort mit. Der Graf kommt zum Plaudern an den Laufenbrunnen, wie eh und je. Dort trafen sich die Waschfrauen zum tratschen und schwatzen. „Dorthin ging man, wenn man erfahren wollte, wie es um einen bestellt war“, so der Graf.
Laut musste es schon sein, quirlig ging es zu in dieser blühenden mittelalterlichen Waldstadt zur Zeit des Grafen Hans IV. Zumal der Rhein sich am „Laufen“, einem der größten Wasserfälle des Rheines an diesem Nadelöhr durch den Gneis-Fels fraß und für ein ohrenbetäubendes Getöse sorgte. Eindrucksvoll schallt heute nur noch das Gebrüll des Grafen von den gegenüberliegenden (heute zur deutschen Schwesterstadt gehörenden) Felswänden zurück. Viel ist nicht mehr übrig von diesem Getöse, der Rhein fließt seit gut 100 Jahren scheinbar friedlich dahin gen Wasserkraftwerk.
Auch „der furchtbare Fischgestank im Hochsommer“ vom unweit entfernten Marktplatz gehört seitdem der Vergangenheit an, als sich die Laufenburger noch beschwerten über den täglichen Salm-Speiseplan. Ein blühender Fischerort, der mit seinem Salmfang bis weit über die Grenzen bekannt war. Ja, damals kamen noch Händler von Nah und Fern über die Laufenbrücke, „lange bevor Basel denn gar eine Brücke über den Rhein besaß“ weiß der geisterhaft auferstandene Graf stolz zu berichten.
Seine Schnabelschuhe aus „marrokkanischem Leder mit Heidekraut gegerbt“ in feurigem Rot erinnern auch an das große Feuer, das aufgrund der Unachtsamkeit „eines einzigen Weibes – vermutlich einer Waschfrau, die zum Tratschen zum Brunnen ging“ (und zudem auch noch Wasser auf das bereits lodernde Öl in der Pfanne goss). Der Graf erinnert an die großen Schicksalsschläge der Stadt – Feuer und Hochwasser, welche die Stadt als Folge der verheerenden Verwüstung fast selbst zur Geisterstadt werden ließen. Der Steuererlass war damals die Rettung fügt der Graf mit einem Augenzwinkern hinzu, sodass sich die Laufenburger wieder zu ihrer Stadt bekannten und diese emsig wieder aufbauten.
Es geht in dieser Stadtführung um kleine und große Leute. Das Stadtbild, Wandgemälde und goldene Aushänger laden immer wieder ein zu Anekdoten. Der Graf aber lädt nun in seine Burg und wir lassen die verkehrsberuhigte Altstadt hinter uns und gehen durch die kleinen Gassen hoch zur Kirche und weiter zum Burgturm, der über den Dächern der Altstadt thront…
Ein unterhaltsamer und kurzweiliger Ausflug in die Vergangenheit. Zum Schluss gibt es einen Tee im heimeligen Druidenhaus und eine kleine Verschnaufpause, ehe die Besucher beschwingt den Heimweg antreten.