29.11.2018
«FAKE – die ganze Wahrheit»

Im Stapferhaus stehen die grossen Fragen der Gegenwart im Mittelpunkt: was unser Leben prägt, das Land beschäftigt und die Welt bewegt. An diesem Ort des Dialogs, der Inspiration und der spielerischen Erkenntnis sind alle willkommen: Jung und Alt, Expertinnen sowie Laien, Befürworter und Gegnerinnen. Alle, die unsere Zeit und sich selbst verstehen wollen.

Lara Stürmer, Marketing und Projektmanagement, Aargau Tourismus
Lara Stürmer
Marketing und Projektmanagement, Aargau Tourismus

Ein imposantes Gebäude mit einem riesigen Pinocchio steht vor uns direkt vis a vis vom Bahnhof in Lenzburg. Wir schreiten in das «Amt für die ganze Wahrheit» hinein und werden herzlich empfangen. Das aktuelle Thema im Stapferhaus «Fake – die ganze Wahrheit» zieht seit der Neueröffnung am 28. Oktober zahlreiche Schulklassen, Gruppen und Einzelpersonen an.

Wir haben eine Einführung gebucht und warten im 1. Stock in einem grossen Raum. Noemi vom Stapferhaus begrüsst uns und beginnt mit der Einführung. Viel Spannendes über die Geschichte vom Stapferhaus erfahren wir und uns wird erklärt wie die Ausstellung funktioniert. Jeder erhält einen Besucherausweis, auf welchem man bestätigen muss, dass man sich während des ganzen Besuchs dem Amt für die ganze Wahrheit verantwortlich fühlt. Dann schickt uns Noemi in einen Raum, wo wir einige Fakten über die Wahrheit und das Lügen erfahren. Auch stellt Hans Wahr uns Fragen, die wir ehrlich beantworten müssen und je nach Antwort uns auf die eine oder andere Seite des grossen Raums stellen sollen – sehr spannend zu sehen, wie die Besucher unterschiedlich umherhüpfen. ;-)

Danach werden wir in die verschiedenen Abteilungen entlassen und können die Ausstellung auf eigene Faust erkunden. Im Foyer befindet sich die zentrale Lügenanlaufstelle, dort werden uns in Aktenschränken verschiedene Alltagslügen aufgetischt, welche einen wirklich zum Nachdenken und Schmunzeln bringen. Im hinteren Teil des Raumes befindet sich ein grosser Tisch mit Bildschirm und Paketen. Wir fragen uns wozu dieser dient und wenden uns an Julia vom Stapferhaus, die gerade in der Nähe steht. Sie bietet sich an, uns durch diesen Posten zu führen, verteilt allen ein Ipad und wir dürfen uns ein Paket vom gefüllten Paketwagen nebendran aussuchen. Die Pakete enthalten wahre Lügengeschichten, auf unserem steht «Bewerbungsgespräch». Julia liest es per Scanner ein und lässt eine Audioaufnahme laufen. Am Schluss darf jeder von uns über sein Ipad die Situation individuell beurteilen und uns wird eine Team-Zusammenfassung angezeigt. Die Ergebnisse sind erstaunlich und sogar in unserem kleinen Team von 5 Personen gab es unerwartet viele unterschiedliche Meinungen zu diesen Geschichten.

Auch die anderen Räume schauen wir uns an, in der Kommission für Glaubwürdigkeit führen Personen aus verschiedenen Berufsfeldern hitzige Diskussionen, bei denen man sich die Frage stellt, welche Aussage denn jetzt wirklich der Wahrheit entspricht oder ob denn das überhaupt wichtig ist. Im Labor für Lügenerkennung setzt sich meine Kollegin auf einen Stuhl und wir dürfen ihr Fragen stellen. Dabei wird ihr Puls gemessen und anhand davon wird uns gezeigt, ob sie uns die Fragen wahrheitsgetreu beantwortet. Neben der «Fachabteilung für Lügenerziehung und angewandte Pinocchioforschung», sehen wir uns auch bei der «Prüfstelle für Fälschungen und ihr Gegenteil» um. Wie viele gefälschte Markenkleider sind wohl heute auf dem Markt und wie erkenne ich ob das Gemälde ein Original ist? Der Mensch wird so häufig in seinem Alltag getäuscht, dass oft gar nicht mehr beurteilt werden kann, was wahr und was falsch ist.

Die ganze Ausstellung regt spannende Diskussionen an und bildet Meinungsverschiedenheiten ab. Sie hat mir gezeigt, dass auch Personen, die man gut kennt, eine ganz andere Wahrnehmung von bestimmten Situationen haben als man selbst. Auch mache ich mir jetzt oft Gedanken darüber wie viele Fake News heutzutage in der Medienwelt publiziert werden und wie wertvoll eine ehrliche Meinung sein kann! Aber ist es denn richtig immer die Wahrheit zu sagen oder sind Notlügen manchmal doch die bessere Lösung?

Finden Sie es heraus und besuchen Sie noch bis am 24. November 2019 die Ausstellung im Stapferhaus in Lenzburg.

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