Die Rauhnächte sind im europäischen Raum die Zeit vom 25. Dezember bis 6. Januar, im Volksmund auch als „Zeit zwischen den Jahren“ bezeichnet. Eine Zeit der Besinnung, des Orakelns und der Ausräucherns.
Der Begriff Rauhnächte (auch Ruchnächte oder Rauchnächte) bezeichnet die Nächte um den Jahreswechsel herum. Das Wort „rauh“ stammt vom Althochdeutschen „ruh und ruch“, was so viel heißt wie grob, haarig, ungezähmt. Es ist jedoch auch eine uralte Bezeichnung für Rauch.
Die Zeit außerhalb der Zeit, begann einst in der Nacht der Wintersonnenwende, in der heutigen Zeit am 24.12. um Mitternacht. Jede der 12 Raunächte wird die Verbindung zu einem der 12 Monate des kommenden Jahres nachgesagt. Auch das Wetter lässt sich voraus bestimmen. Seit über 14 Jahren führen wir eine genaue Wetteraufzeichnung in dieser Zeit und planen damit erfolgreich alle wichtigen, wetterabhängigen Termine im neuen Jahr.
Man ist darauf bedacht, dass man freundlich und möglichst gutgelaunt ist, nichts schief geht, das Haus in Ordnung hält und vor allem, dass alle Räder still stehen, auch die Waschtrommel!
Im Haus meiner Grossmutter durfte keine Wäsche gewaschen und nichts auf der Leine hängen, weil man sagte, dass sie zum Leichentuch des Besitzers würde im neuen Jahr. Ausserdem lockt frische Wäsche den Thürst, die Sträggele und das wilde Heer an, welches mit den ruhelosen Seelen in wilden Stürmen über die Dächer fegt.
Die Wohnräume und der Stall werden fleissig mit Wacholder und Fichtenharz ausgeräuchert und in der Perchten und Holle Nacht am 5.1. stellt man Leckereien aufs Dach, damit Frau Holle bei ihrem Nachtflug die Bewohner und das Haus segnet.
In diesem Sinne, kommen Sie heil durch die ruche Zeit.