Jeder von uns kommt ab und an in den Genuss eines Restaurantbesuches, doch einen Einblick hinter die Kulissen bekommen wir nur selten. Als Neueinsteiger ohne Arbeitserfahrung habe ich mich als Praktikant jetzt hinter diesen Vorhang getraut.
Zugegeben, als absoluten Neueinsteiger in der Branche kann man mich zwar nicht ganz bezeichnen, denn seit ich auf der Welt bin, führt mein Vater das Restaurant Stalden in Berikon. In diesem Restaurant bin ich quasi mit aufgewachsen. Unser Wohnsitz befindet sich schon immer in direkter Umgebung und ich war mein ganzes Leben immer wieder im Restaurant bei meinen Eltern. Die Tischgespräche zuhause handelten oft vom Geschäft, doch gearbeitet habe ich nie (bis auf einige Ausnahmen wie z.B. grosse Caterings, an denen ich dann den ganzen Abend lang Weinflaschen öffnen durfte).
Letzten Sommer habe ich die Kantonsschule Baden erfolgreich abgeschlossen und wusste noch nicht, wie es nun mit mir weiter geht. Nach einem Sprachaufenthalt habe ich mich entschieden meinem Vater im Betrieb zu helfen und mir etwas dazu zu verdienen. Als erstes durfte ich in den Abwasch. Es ist eine komplett andere Welt als die Schule; andere Arbeitszeiten und die Intensität ist viel höher. Es gibt Tage, an denen man keine Probleme hat und Tage, an denen Restaurant und alle Säle voll sind und man den ganzen Abend lang Vollgas geben muss. In der Gastronomie weiss man nie, was einen erwartet – jeder Tag ist anders. Mit diesen Faktoren hatte ich zwar gerechnet als ich angefangen hatte, aber in diesem Beruf muss man auch seine ganzen Lebensstrukturen umstellen. Wenn meine Freunde Fussball spielen gehen, stehe ich schon am Arbeitsplatz und wenn ich frei habe, sind sie am Arbeiten.
Trotzdem spricht es mich an, denn es passiert immer etwas, man arbeitet im Team und es gefällt mir etwas Sinnvolles zu leisten. Ich freue mich, wenn ich nach einem Grundkurs bald im Service eingesetzt werde, wo ich dann direkten Kundenkontakt habe.